Wie schreibt man einen Businessplan für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen?

Wie schreibt man einen Businessplan für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen?

8 Monaten

Einen Businessplan zu erstellen, ist nicht immer einfach: Ehrlich zu sich selbst sein, Ziele abstecken und Finanzen kalkulieren erfordert jeweils Mut, strategisches Denken und Recherche. Trotzdem ist ein Businessplan wichtig und jeder, der sich selbstständig machen will, sollte sich genügend Zeit dafür nehmen. Ein guter Businessplan ermöglicht es, den Überblick zu bewahren, klare Ziele zu definieren und den Weg dorthin aufzuzeichnen.

Ein Businessplan ist nicht nur für die interne Verwendung wichtig, sondern auch, wenn man sein Geschäftsmodell extern präsentieren will, zum Beispiel bei der Beantragung eines Firmenkredites bei einer Bank oder einem Investor. Ein regelmäßiges Update des Businessplans ist erforderlich, je weiter das Geschäft voranschreitet und Meilensteine erreicht sind.

Der Businessplan hat in der Regel eine klare Struktur, folgende Abfolge hat sich bewährt.

1. Kurz & Knapp: Die Zusammenfassung

Auch wenn es merkwürdig erscheint, mit einer Zusammenfassung zu starten, macht es für den Leser des Business Plans einfacher. Eine klare, knappe Zusammenfassung des Geschäftsmodells, nicht mehr als eine Seite, hilft ihm, von Anfang an zu verstehen, was der Gründer möchte.

In der Zusammenfassung sollte deshalb nicht nur die Geschäftsidee erläutert werden, sondern auch welche potentiellen Kunden sie nutzen werden, mit welchem Gewinn gerechnet wird und auf welchem derzeitigen Stand das Geschäft ist.

2. Kenne den Markt: Die Analyse

Nicht nur ein potentieller Investor will den Markt für das Produkt kennen, auch für einen Gründer und Geschäftsführer ist das unabdingbar. Dabei sollten Größe, Struktur, Trends,  Wachstumsaussichten und Verkaufspotential von der Analyse erfasst werden. Ist einmal die Größe des Gesamtmarktes definiert, kann man nun die genaue Zielgruppe des Produkts heraus filtern.

In die Marktanalyse sollte auch gleich eine Wettbewerbsanalyse einfließen. Im Idealfall gibt es das Produkt oder die Dienstleistung, die verkauft werden soll, noch gar nicht auf dem Markt. In den meisten Fällen gibt es aber bereits Konkurrenten, die entweder ein ähnliches Produkt anbieten oder im schlechtesten Fall genau das gleiche machen. Eine genaue Analyse der Wettbewerber hebt hervor, warum es sich trotzdem lohnt, IHR Produkt auf den Markt zu bringen. Das kann nach dem SWOT-Modell ( englisch für: Strengths, Weakness, Opportunities, Threats) abgearbeitet werden: Was sind die Stärken und die Schwächen des eigenen Geschäftsmodells, was sind Chancen und Schwächen gegenüber der Konkurrenz?

3. Ganz sachlich: Die Beschreibung des Geschäfts

Nachdem der Leser einen Überblick über den Markt erhalten hat, kann es jetzt mehr um das Produkt und das Geschäft an sich gehen. Dazu gehört detailliert zu beschreiben, um welche Art von Geschäft es sich handelt, wie die rechtliche Grundlage aufgebaut ist, wie das Geschäft strukturiert ist. Welche Abteilungen oder Teams hat das Unternehmen, welche Aufgaben haben sie, wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen ihnen – das alles sind Fragen, auf die Gründer eine Antwort haben sollten. Auch sich selbst sollte man nicht außen vor lassen. “Was macht eigentlich der Chef?” sollte nicht erst von den Mitarbeitern gefragt werden, sondern von Anfang an klar definiert sein.

Dann sollte es um das Produkt gehen, das verkauft wird, sein Design, Branding und seine Funktionen. Auch sollten interne “Meilensteine” hier schon definiert werden: Was will man mit seinem Geschäft erreichen, was sind die Ziele in den nächsten fünf Jahren?

4. Zahlen zum Schluss: Die Finanzen

Vielleicht das heikelste Kapitel eines Businessplans, weil nackte Zahlen manchmal auch die beste Geschäftsidee vernichten können. Trotzdem versteht es sich von selbst, dass hier nicht beschönigt werden sollte. Der Gründer legt gegenüber seinem potentiellen Investor die zukünftigen Einkünfte, Bilanz und Kapitalflussrechnung des Geschäfts offen. Unter Einkünfte fällt alles, was Gewinn erwirtschaften soll: Ware, Dienstleistungen, Margen etc. Bei der Kapitalflussrechnung werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt und verrechnet, die Summe ergibt den tatsächlichen Gewinn. Konkret sollte man sich fragen: Wie hoch werden die Ausgaben sein und wofür jeweils? Wie hoch sind die zu erwartenden Einnahmen? Was kosten die Mitarbeiter, Versicherungen, etc.? Eine oder mehrere Tabellen helfen dabei, den Überblick zu behalten. Letztendlich sollte der Gründer Bilanz ziehen: Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Eigenkapital sollte noch einmal detailliert aufgelistet werden.

5. Warum es sich lohnt, zu investieren: Das Fazit

Ein kurzes Fazit am Ende rundet den Businessplan ab. Es sollte noch einmal die wichtigsten Botschaften kurz zusammen fassen und dem Leser das Gefühl geben, dass es sich hier um eine gewinnbringende und florierende Geschäftsidee handelt.
Wer gerne mehr konkrete Beispiele möchte, findet hier schon fertige Vorlagen für Businesspläne:

www.existenzgruender.de/DE/Weg-in-die-Selbstaendigkeit/Businessplan/Auf-einen-Blick/Businessplanbeispiele/inhalt.html

Und jetzt: Viel Spaß beim Schreiben & Gründen!

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